Schadensermittlung durch Sachverständigengutachten

Bei einem Haftpflichtschaden darf der Geschädigte zur Schadensermittlung einen Sachverständigen seiner Wahl beauftragen. Er muss und sollte keinen Gutachter der Versicherung dulden. Die Versicherung hat aber ein Recht auf Nachbesichtigung, wenn sie beweisbare Mängel des Gutachtens aufzeigen kann. Bei der Auswahl sollte es sich vor allem um einen öffentlich bestellten, vereidigten und unabhängigen Sachverständigen handeln.

Zu beachten ist stets die dem Geschädigten obliegende Schadensminderungspflicht. Hiernach ist die Erforderlichkeit eines Gutachtens bei Bagatellschäden von derzeit etwa unter € 1000,00 nicht mehr gegeben. Die Kosten stehen dann nicht mehr im Verhältnis zum Schaden.

Streit um die Gutachten gibt es zunehmend, wenn der Geschädigte nicht reparieren lässt, sondern an Hand des Gutachtens sich den Schaden ausbezahlen lassen will (fiktive Abrechnung). Mit Prüfprotokollen versuchen die Versicherer den Schaden zu drücken. Dabei darf nach einer Entscheidung des BGH (Urteil vom 29.04.2003 – Az: VI ZR 398/02) der Geschädigte z.B. den Stundenlohn einer Markenwerkstatt verlangen. Auf ermittelte Mittelwerte muss er sich nicht verweisen lassen.